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DIE INTERNATIONALE MEDIENHILFE

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Nicht hinterm Mond - deutschsprachige Auslandsmedien als bedeutende Kulturbotschafter. Im Gespräch mit Björn Akstinat dem Gründer und Geschäftsführer.

Lieber Herr Akstinat, in welchen Bereichen ist die AG INTERNATIONALE MEDIENHILFE (IMH) tätig?

Die IMH ist die Arbeitsgemeinschaft und Dienstleistungsorganisation der deutschsprachigen Medien im Ausland und der fremdsprachigen Medien im Inland. Zu den Mitgliedern gehören z. B. die deutschsprachige Tageszeitung "Israel-Nachrichten" in Tel Aviv oder die sorbische Tageszeitung "Serbske Nowiny" im sächsischen Bautzen. Wir versorgen die zumeist kleinen Medien beispielsweise mit Nachrichten und Personal, vermitteln Werbeaufträge oder führen Beratungen durch. Kurz gesagt: Wir machen alles, was die Medien selbst nicht schaffen.

Ihren Internetseiten haben wir entnommen, dass die IMH die deutschsprachigen Auslands-medien über die eigene Nachrichtenagentur INTER-INFO mit Informationen versorgt. Welche Art von Infos werden geliefert und wie hoch ist der Anteil von Infos über deutschsprachige Musik, den deutschen Film und deutsche Literatur?

Wir liefern Nachrichten aus Wirtschaft, Tourismus, Politik und Kultur. Die Meldungen über deutsche Kultur international machen den größten Anteil aus. Die Konsumenten der deutschsprachigen Medien weltweit verbindet die deutsche Sprache und die deutsche Kultur. Das Interesse an entsprechenden Nachrichten ist im Ausland enorm. Die Musik-Nachrichten bekommen wir beispielsweise direkt vom Deutschen Musik-Exportbüro, das mit der IMH verbunden ist.

Wie viele deutschsprachige Druck- und Funkmedien gibt es überhaupt außerhalb Deutschlands, Österreichs, Luxemburgs, Liechtensteins und der Schweiz und wie viele betreut die IMH davon?

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Im Ausland werden über 3.000 deutschsprachige Publikationen, rund 350 Radioprogramme und etwa 50 Fernsehprogramme produziert. Die IMH betreut alle - aber natürlich unterschiedlich intensiv.

Die tägliche Arbeit der IMH verursacht sicher eine Menge Kosten. Wie finanziert sich die IMH? Gibt es staatliche Unterstützung oder Spenden von Wirtschaftsunternehmen?

Da fast alle Arbeiten ehrenamtlich erfolgen, halten sich die Kosten in Grenzen. Zuschüsse der Mitarbeiter aus eigener Tasche und Einnahmen der "IMH SERVICE-GESELLSCHAFT" sorgen für eine Deckung der Kosten. Auf Subventionen von staatlichen Stellen verzichten wir bewusst, um unabhängig zu bleiben. Firmen, die unsere Arbeit ebenfalls wichtig finden, unterstützen gelegentlich einzelne Aktionen.

Was ist der Grundgedanke der IMH?

Ganz einfach: Wir sichern den Fortbestand von Medien, die sehr wichtige Funktionen erfüllen. Unsere internationalen Mitgliedsmedien gehören unter anderem zu den wichtigsten Förderern der Völkerverständigung. Speziell in Bezug auf die deutschsprachigen Auslandsmedien lässt sich sagen, dass sie die bedeutendsten Kulturbotschafter und Außenhandelsförderer Deutschlands sind. Sie erreichen täglich mehrere Millionen Menschen weltweit.

Wie haben Sie dieses Projekt aufgebaut? Es ist mit Sicherheit keine leichte Aufgabe all diese Medien unter einen Hut zubekommen, geschweige denn an das Datenmaterial ranzukommen.

Die Idee zum Aufbau der Medien-Arbeitsgemeinschaft kam, als ich selbst bei einigen internationalen Medien gearbeitet habe. Die Vernetzung der Zeitungen und Rundfunksender sowie deren ständige Betreuung ist nicht leicht, aber es macht sehr viel Spaß.

Bekommen die ausländischen Mitgliedsmedien aktuelle Trends und Themen aus dem Musikbereich, wie bespielsweise die großen Erfolge von WIR SIND HELDEN oder O0MPH! überhaupt mit, oder sind das eher nebensächliche Themen?

Die Produzenten der ausländischen Medien leben nicht hinterm Mond. Die informieren sich über unsere Nachrichtenagentur, via Internet oder mittels anderer Medien über die aktuellen Geschehnisse im deutschen Sprachraum. In Namibia zum Beispiel kann man auch ARD, ZDF etc. empfangen.

Von wem werden die deutschsprachigen Auslandsmedien genutzt?

Da gibt's ganz unterschiedliche Nutzergruppen: Deutschsprachige Geschäftsleute und Touristen im Ausland, Germanistik-Studenten rund um den Globus, Angehörige von deutschen Minderheiten weltweit oder auch Auslandsinteressierte in Deutschland, die hier z.B. deutschsprachige Radiosendungen aus Taiwan über Kurzwelle empfangen.

Welche umfangreicheren Projekte laufen bei der IMH derzeit?

Von der IMH gibt es derzeit viele neue Angebote: Man kann jetzt über die IMH Anzeigenaufträge und Pressemitteilungen an alle deutschsprachigen Auslandsmedien und auch an die Ausländermedien in Deutschland weiterleiten lassen. Oder man kann Seminare besuchen, in denen IMH-Mitarbeiter ihr Wissen weitergeben. Es ist nun auch möglich, über die IMH an die interessanten Nachrichten und Artikel von allen ausländischen Mitgliedsmedien zu gelangen.

Sie beschäftigen sich im Rahmen Ihrer Arbeit für die deutschsprachigen Medien im Ausland zwangsläufig auch sehr intensiv mit der deutschen Sprache in aller Welt. Wie beurteilen Sie den internationalen Stellenwert vom Deutschen?

Im Ausland sprechen und lernen zig Millionen Menschen Deutsch. In den USA ist, wie die letzte Volkszählung ergeben hat, die Bevölkerungsmehrheit deutschstämmig. Dort leben rund 60 Mio. Deutsch-Amerikaner, von denen heute noch etwa 6 Mio. Deutsch beherrschen. Das Ansehen Deutschlands in den meisten ausländischen Staaten ist hervorragend. Aber das alles wird in Deutschland kaum wahrgenommen und nicht genutzt. Ein riesiges Potenzial liegt brach.

© Irgendwo In Deutschland| Letzte Änderung 25.02.2017

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