Interview mit Pete Wentz von FALL OUT BOY am 03.02.06 in der Kantine in Köln.
IID: Pete, bei uns seit ihr ja noch relativ unbekannt. In den USA seit ihr dagegen schon richtig durchgestartet. Wie erklärt ihr euch den Erfolg
in eurem Heimatland.
Pete: In den U.S.A hat es meistens damit zu tun, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Es gibt genügend Bands wie Refused oder Quicksand, die
eigentlich Superstars hätten werden müssen. Ihr Timing war einfach nicht perfekt. Sie waren der Zeit etwas voraus. Ein Jahr später und sie wären
erfolgreich gewesen. Wir sind aber auch Control-Freaks, die ihre Kariere haargenau überwachen. Das hat uns weiter geholfen. Dadurch haben wir
bestimmte Dinge abgelehnt und sind auf andere Dinge eingegangen.
IID: Ihr seit ja inzwischen ein Teil der amerikanischen Popwelt geworden. Wird man dort anders behandelt als in der alternative Szene?
Pete: Für uns ist das Neuland. Wir werden inzwischen als Popband betrachtet, dementsprechend auch so behandelt. Leute fragen uns jetzt Sachen wie:
Was ist deine Lieblingsfarbe? Natürlich kann ich darüber reden, aber wen interessiert so etwas schon? Leider ist mein Aussehen für solche Leute wichtiger
als meine Gedanken. Wir versuchen, ein gesundes Gleichgewicht für uns zu finden. Aber seltsam ist es schon.
IID: Bemerkst du eigentlich, dass die Fans und die Presse dich als absolutes Bandoberhaupt sehen?
Pete: Ja, bemerkt habe ich es schon. Nur erkläre ich immer wieder, daß wir eine Band und kein Einzelprojekt sind. Jedes Mitglied steuert etwas Kreatives
bei und tut, was er am besten kann. Es kann ganz schön anstrengend sein, aber irgendwann werden die Leute es hoffentlich kapieren.
IID: Magst du es in dieser Bandoberhaupt-Position gesehen zu werden?
Pete: Manchmal mag ich es schon. Wenn du im Mittelpunkt stehst, loben dich die Leute, wenn es gut läuft. Sobald alles aber nicht mehr so glatt läuft,
beschweren sich auch alle bei dir. Das kann anstrengend sein. Doch geht es nicht anders, nur positive Seiten gibt es nun mal nicht.
IID: Euer Publikum ist ja relativ Jung. Im Prinzip seit ihr wahrscheinlich die erste "coole" Band die sie hören. Wie findest du das?
Pete: Es kann ganz schön frustrierend sein, wenn dir Leute ständig sagen: Bei euch laufen nur 14- und 15-jährige rum. Niemand wird cool geboren. Jeder
hat mit einer bestimmten Band angefangen, Musik zu hören. Falls wir die erste coole Gruppe für viele Kids sind, bin ich glücklich darüber. Ich mochte früher
auch Michael Jackson. Dann erst Guns`n`Roses und später dann Punk-Rock. Niemand wacht morgens auf und entscheidet: Ich mag nur coole Bands.
Du mußt erst einen bestimmten Weg dafür gehen.
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